AUSSTELLUNG HISTORISCHER REISEPLAKATE
Eindrücke zwischen Natur und Technik
Die Aufstiegsanlagen in der Schweiz auf historischen Reiseplakaten von 1890 bis 1960

Die Anlagen zum Aufstieg auf die Gipfel der Schweizer Alpen wurden beginnend in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts mit einer überaus grosszügigen, utopistischen Vision gebaut: Dem Familientourismus, der sich seit jener Epoche zum Massenphänomen entwickelte, eine beeindruckende und bewegende Begegnung mit der unberührten Natur und überwältigenden Gebirgspanoramen, die das 19. Jahrhundert hindurch im Zeitalter der Romantik nur der lokalen Bevölkerung oder wenigen wagemutigen Wanderern zugänglich gewesen war, durch deren mündliche und schriftliche Berichte die Schönheit der Region international bekannt geworden ist.
Durch die Entwicklung der Technologie und Mechanik von Stahlseilbahnen über Zahnrad- und Seilschwebebahnen bis hin zum Sessellift waren grosse Höhen und Berggipfel ohne Schwierigkeiten erreichbar und wurden schnell zu wahren Anziehungspunkten für den Tourismus.
Die für diese Ausflugsziele gestalteten Reiseplakate vereinten den heroischen Mythos einer herben und zugleich grandiosen Landschaft mit der Überzeugungskraft eines sicheren, bequemen Transports und grosser Gastfreundschaft in den eigens auf den Gipfeln eingerichteten Hospizen, Gasthöfen und Restaurants mit ihrer angenehmen, entspannenden
Herzlichkeit. Im 20. Jahrhundert wurde auf diesen Plakaten neben dem Freizeitvergnügen zunehmend die natursportliche Komponente gepriesen, die nach und nach die ursprünglichen, abenteuerbetonten Inhalte anspruchsvoller Wander- und Kletterstrecken verdrängte.
Als unvergänglicher Mythos konnten die Orte ihren Zauber über Generationen hinweg unbeschadet wahren und ihre Rolle als eine der wichtigsten Komponenten des Schweizer Tourismus beibehalten. Die Auswahl der in dieser Ausstellung gezeigten Reiseplakate kann nurmehr einen kleinen Teil der Aufstiegsanlagen streifen, die sich auf dem gesamten Schweizer Territorium finden. Sie zeigt eine Zusammenschau der teilweise wenig bekannten Ausflugsziele des lokalen Tourismus mit anderen, international bekannten Zielen über einen Zeitraum
Künstlerische Beratung und Texte: Paolo Blendinger
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Hans Kaspar Schiesser UTP Bern gestaltet.












